Nach wie vor ist der Weg zum Gericht die gängigste Form, Konflikte zu lösen und zu entscheiden, sobald eine Konfliktlösung durch konstruktives Verhandeln der Streitparteien untereinander nicht mehr möglich scheint bzw. ist. Die Klärung der Angelegenheit wird schließlich dem Gericht übergeben, nach dem Motto „Wer Recht hat, soll nun der Richter entscheiden".

Ein gerichtliches Verfahren bringt jedoch einige Nachteile mit sich, z. B. dass die Konfliktparteien die Kontrolle über den Verlauf und die Abwicklung des Verfahrens weitgehend abgeben müssen, weil verfahrensrechtliche Erfordernisse den Ablauf bestimmen, weiters sind die Konfliktparteien nicht direkt an der Urteilsfindung beteiligt („Fremdentscheidung") und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass im Laufe des Prozesses gegenseitige Akzeptanz und Vertrauen zunehmend schwinden.

Weiters ist zu beachten, dass jeder Streitfall einer jeweiligen Rechtsform untergeordnet ist, da das Gesetz auf Normierung, d. h. auf bereits vorliegenden Judikaturen, basiert - somit bleibt wenig Platz für die Gestaltung der zukünftigen Beziehung zwischen den Parteien bzw. ebenso kann die Gerechtigkeit im Einzelfall kaum berücksichtigt werden.

Zentrale Bedeutung im Gerichtsverfahren bekommt die Suche nach dem Schuldigen bzw. dem Verantwortlichen (wer gewinnt und wer verliert?) - der eigentliche Streit jedoch wird nicht behoben, so sind neuerliche Konflikte vorgezeichnet, wenn die Konfliktparteien auch in Zukunft noch miteinander zu tun haben.

Die Öffentlichkeit der Gerichtsverhandlung kann auch einen Imageverlust bedeuten.

Weiters benötigen gerichtliche Entscheidungen oft Jahre und sind mit großem Zeitaufwand, finanziellem Aufwand und persönlicher Belastung verbunden.

Vergleiche zwischen einem Gerichts- und Mediationsverfahren in wirtschaftlicher Hinsicht zeigen, dass die Mediation eine effiziente und kostengünstige Methode ist, einen Konflikt zu bereinigen bzw. beizulegen - besonders wenn man auch noch den Zugewinn an menschlichem Potential berücksichtigt.

Jedoch: Nicht jeder Konfliktfall ist für eine Mediation geeignet, weil nicht immer die nötigen Voraussetzungen dafür gegeben sind, z.B. bei rechtlich eindeutigen Konflikten, oder ein unausgewogenenes Kräfte- bzw. Machtverhältnis vorliegt, etc. (siehe „Voraussetzungen und Merkmale einer Mediation")




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